Bildungspartnerschaft

Kooperation mit dem Jüdischen Museum Westfalen

Außerschulische Bildungs- und Kultureinrichtungen bieten vielfältige Potenziale für das schulische Lernen. Sie tragen zur Schul- und Unterrichtsentwicklung bei und ermöglichen die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler.

Das Jüdische Museum Westfalen in Dorsten und die Don-Bosco-Schule in Lippstadt sind nicht nur durch den Fluß Lippe verbunden. Beide Einrichtungen haben sich zur Zusammenarbeit verabredet, um das schulische Lernen zu bereichern und die museale Präsentation für einen Personenkreis zu öffnen, der auf Lesetexte in Leichter Sprache angewiesen ist.

Die Museumspädagogin Frau Mareike Fiedler war zur Vorbereitung eines Museumsbesuchs von Schülerinnen und Schüler  der Don-Bosco-Schule bereits in Lippstadt. Die Schülerinnen und Schüler waren dadurch viel offener und informierter zum Besuch nach Dorsten aufgebrochen.

Das von der Don-Bosco-Schule herausgegebene Lern- und Arbeitsbuch: 'Schalom - Judentum heute' ist in Leichter Sprache verfasst und bildet die Grundlage für die Enwicklung einer kleinen Broschüre des Museums. Schülerinnen und Schüler der Don-Bosco-Schule werden die entstehenden Texte hinsichtlich ihrer Verständlichkeit prüfen.

Vernissage „Das inklusive Museum“ mit der Lebenshilfe Dorsten und der Don-Bosco-Schule Lippstadt im Jüdischen Museum Westfalen

 

Das Jüdische Museum Westfalen freut sich, den erfolgreichen Abschluss eines umfassenden Inklusionsprojekts bekanntzugeben. In enger Zusammenarbeit mit der Don-Bosco-Schule aus Lippstadt und der Lebenshilfe Dorsten wurden in den vergangenen Monaten wichtige Schritte unternommen, um das Museumserlebnis barriereärmer und inklusiver zu gestalten.

Am Dienstag, 27. Mai 2025 kamen alle Projektbeteiligten sowie Vertreter*innen von Förderorganisationen im Museum zusammen, um die Ergebnisse vorzustellen.

Gefördert vom LWL-Museumsamt und dem Lions Club Dorsten-Hanse, erarbeitete das Museum mit den Partner*innen in einem partizipativ angelegten Projekt Materialien, die möglichst vielen Menschen unsere Dauerausstellung zugänglich machen sollen. Durch die aktive Einbindung der Kooperationspartner*innen in den Entstehungsprozess war das Projekt selbst ebenfalls inklusiv.

Im Zentrum des Projekts standen zwei Teilinitiativen: Schülerinnen der Don-Bosco-Schule haben für den bestehenden Audioguide des Museums Texte zu Exponaten geschrieben und eingesprochen und so eine frische und inklusive Tonspur geschaffen. Außerdem haben die Schüler*innen mit eigenen Worten und Zeichnungen Arbeitsblätter entwickelt, die sowohl im Unterricht als auch im Museum genutzt werden können.

Parallel dazu nahmen Bewohner*innen zweier Wohngruppen der Lebenshilfe Dorsten das Museum aus Sicht von Menschen mit Behinderung unter die Lupe – mit dem Ziel, bestehende Barrieren zu identifizieren und konkrete Verbesserungsvorschläge zu erarbeiten.

„Inklusion lebt vom Miteinander und vom Mitgestalten“, sagte Tobias Wessel, Geschäftsführer der Lebenshilfe Dorsten bei der Projektpräsentation. „Dieses Projekt zeigt, wie bereichernd es ist, wenn Menschen mit ganz unterschiedlichen Perspektiven gemeinsam an einer inklusiveren Gesellschaft arbeiten und wir freuen uns, dass dies heute nicht der Abschluss des Projekts ist, sondern wir weiter zusammenarbeiten.“ Und die Leiterin des Jüdischen Museums Westfalen fügt hinzu: „Es war uns wichtig, bei der Gestaltung dieser Materialien potenzielle Besuchergruppen einzubinden, um nicht einfach etwas für sie, sondern etwas mit ihnen zu gestalten. Die Tonspur und die Arbeitsblätter sind wirklich sehr gut herausgekommen und eine echte Bereicherung für alle unsere Besucher*innen“.

Das Jüdische Museum Westfalen versteht diesen Projekterfolg als wichtigen Impuls, auch künftig Barrieren abzubauen und inklusive Vermittlungsformate unter dem Titel „Das inklusive Museum“ auszubauen.

Bei einem gemeinsamen Kochnachmittag wurde sich niedrigschwellig über die jüdischen Speisegesetze ausgetauscht und bei einem Bastelnachmittag wurden Dreidel (Kreisel) gebastelt. Mit Dreideln spielen jüdische Kinder traditionell am jüdischen Feiertag Chanukka.

Neben der neuen Audiospur der Schüler*innen gibt es auch eine neue Spur in Leichter Sprache auf dem Audioguide. Die Sprachaufnahmen sind jetzt in einer ständigen Ausstellung zu finden und können am empfang ausgeliehen werden. Auf dem Bild probieren die Schüler*innen den neuen Audioguide aus.

Alle Arbeitsblätter und Rezepte, die die Schüler*innen der Don-Bosco-Schule erstellt haben, wurden vom Designbüro Marc Kiecok für einen Ringordner aufbereitet, umgesetzt und gedruckt. Das Ringbuch steht ab sofort interessierten Gruppen und Einzelpersonen im Jüdischen Museum Westfalen zur Verfügung.