Ausbildung an der Schule

Ausbildungsprogramm der Don-Bosco-Schule für die Ausbildung von Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärtern

Entsprechend § 14 OVP hat die Don-Bosco-Schule in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Hamm ein schulisches Ausbildungsprogramm auf der Grundlage des Kerncurriculums entwickelt.

Nach § 9 OVP trägt die Leitung des Zentrums für schulpraktische Lehrerausbildung die Gesamtverantwortung für die Ausbildung und die Verantwortung für die lehramtsbezogene Ausbildung tragen die Seminarleiterinnen und Seminarleiter. Die Schulleitung trägt die Verantwortung für den Unterricht der Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter. Dabei arbeiten alle im Interesse der Ausbildung zusammen.

Unterstützt werden die eigenverantwortlich lernenden Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter durch die Mentoren und die Ausbildungskoordinatorin / den Ausbildungskoordinator (§13).

Zu den Aufgaben der / des Ausbildungsbeauftragten gehören:

  • Unterstützung der Koordination zwischen dem Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung und Schule
  • Unterstützung der Schulleitung bei der Koordination von Lehrerausbildung innerhalb der Schule
  • Beratung der Schulleitung
  • Ergänzende Beratung und Unterstützung der Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter
  • Begleitung der Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärtern bei Unterrichtsbesuchen (bedarfsabhängig)
  • Selbst als Ausbildungslehrer tätig werden
  • Teilnahme am Eingangs- und Perspektivgespräch (EPG)
  • Förderung des Austauschs der Mentorinnen und Mentoren untereinander / Ggf. Beratung der Mentorinnen und Mentoren
  • Teilnahme an Dienstbesprechungen im Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung

 Ziele des Ausbildungsprogramms:

  • Aneignung der Handlungskompetenzen
  • Unterstützung der LAA bei ihrer praktischen Arbeit, besonders beim bedarfsdeckenden Unterricht (BdU)
  • Zunehmend aktive Mitgestaltung des Schullebens

Ablauf der Ausbildung:

  • Die Ausbildung beginnt mit einem Einführungsgespräch der Schulleitung, der Zuordnung zu den Ausbildungsklassen und einer Führung durch die Schule mit einer Einweisung durch die Ausbildungsbeauftragte / den Ausbildungsbeauftragten.
  • In den ersten 6 Wochen findet ein Eingangs- und Perspektivgespräch mit einer Seminarausbilderin / einem Seminarausbilder unter Beteiligung der Schule (Ausbildungsbeauftragte / Ausbildungsbeauftragter) statt § 15). Das PEG beruht auf einer von der Lehramtsanwärterin / dem Lehramtsanwärter gehaltenen Unterrichtsstunde und dient dazu, auf der Grundlage der bereits erreichten berufsbezogenen Kompetenzen weitere Perspektiven zu entwickeln und Beiträge aller Beteiligten dazu gemeinsam zu planen.
  • Im zweiten bis fünften Quartal der Ausbildung werden 9 Wochenstunden BdU erteilt, davon bis zu 2 Stunden unter Anleitung. Hinzukommend findet 3-5 Wochenstunden die Hospitation im Gemeinsamen Lernen statt.
  • Im vierten Quartal findet ein Auswertungsgespräch zwischen LAA und Ausbildungsbeauftragte / Ausbildungsbeauftragter unter Hinzunahme des Ausbildungsprogramms statt.
  • Im sechsten Quartal finden die unterrichtspraktische Prüfung und das Kolloquium statt. Der Ausbildungsunterricht umfasst hier 14 Wochenstunden unter Anleitung.

Unterrichtsbesuche / Einsichtnahmen in den Unterricht

  • In Fach und Fachrichtung finden in der Regel insgesamt 10 Unterrichtsbesuche statt. Die Kernseminarleitung bietet für jede Lehramtsanwärterin / jeden Lehramtsanwärter verpflichtend „Personenorientierte Beratung mit Coaching-Elementen“ an.
  • Die Schulleitung und die Ausbildungsbeauftragte / der Ausbildungsbeauftragte nehmen im Laufe der Ausbildung an Unterrichtsbesuchen teil und informieren sich so über den Ausbildungsstand. Prüfungstermine werden frühzeitig mit der Schulleitung abgestimmt.

Beurteilungen:

  • Ausbildungslehrerinnen und Ausbildungslehrer erstellen am Ende des Ausbildungsabschnittes einen fachbezogenen Beurteilungsbeitrag, der nicht mit einer Note abschließt. Ein Ausbildungsabschnitt endet, wenn die Lehramtsanwärterin / der Lehramtsanwärter die Ausbildungslehrerin oder den Ausbildungslehrer wechselt.
  • Die Langzeitbeurteilung der Schulleitung beruht auf eigenen Beobachtungen sowie den Beurteilungsbeiträgen der Ausbildungslehrerinnen und Ausbildungslehrer. Die Langzeitbeurteilung weist jeweils eine Note gemäß § 28 OVP im Fach und in der Fachrichtung aus und schließt mit einer Endnote.

Individuelles Beratungsangebot:

Für individuelle Beratungsangebote in der Schule stehen personell zur Verfügung:

  • Ausbildungslehrerinnen / Ausbildungslehrer
  • Ausbildungsbeauftragte / Ausbildungsbeauftragter
  • Schulleitung

Die Formen der Beratungsgespräche für den LAA umfasst:

Einzelgespräche

  • Regelmäßig zeitnah nach Ausbildungsstunden mit der Ausbildungslehrerin / dem Ausbildungslehrer
  • Bei Bedarf auf Wunsch der Lehramtsanwärterin / dem Lehramtsanwärter mit Ausbildungsbeauftragte / Ausbildungsbeauftragter oder Schulleitung
  • Bei Problemen initiiert durch die Mentorin / den Mentor, Ausbildungsbeauftragte / Ausbildungsbeauftragter, Schulleitung

 Gruppengespräche

  • Regelmäßiger Erfahrungsaustausch der Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter
  • Treffen aller Ausbildungslehrerinnen und -lehrer zum Erfahrungsaustausch und Abgleich von Anforderungen mit der Schulleitung
  • Bei Bedarf Treffen aller Lehramtsanwärterinnen / Lehramtsanwärter und Mentorinnen / Mentoren oder aller an der Ausbildung Beteiligten
  • Gemeinsames Gespräch mit Lehramtsanwärterinnen / Lehramtsanwärter und Ausbildungsteam

Hospitation:

  • Gruppenhospitationen der Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter untereinander sind möglich
  • Besuch im Unterricht der Lehramtsanwärterinnen / Lehramtsanwärter durch Ausbildungsbeauftragte / Ausbildungsbeauftragten und durch Schulleitung

Konkretisierung der Kompetenzen und Standards für die Ausbildung im Vorbereitungsdienst

Der Erziehungs- und Bildungsauftrag von Schule konkretisiert sich in typischen, den Lehrerberuf kennzeichnenden Handlungsfeldern (siehe OVP Anlage1 und Kerncurriculum):

  1. Unterricht gestalten und Lernprozesse nachhaltig anlegen
  2. Den Erziehungsauftrag in Schule und Unterricht wahrnehmen
  3. Leistungen herausfordern, erfassen, rückmelden, dokumentieren und beurteilen
  4. Schülerinnen und Schüler und Eltern beraten
  5. Vielfalt als Herausforderung annehmen und Chancen nutzten
  6. Im System Schule mit allen Beteiligten entwicklungsorientiert zusammenarbeiten.

Alle Handlungsfelder stehen untereinander in einer engen wechselseitigen Beziehung. Die den Handlungsfeldern zugeordneten Kompetenzen beschreiben die Ziele des Vorbereitungsdienstes und sind Grundlage für die Ausbildung in der Schule.

Das Ausbildungsprogramm berücksichtigt diesen Standards und konkretisiert diese in folgenden Ausbildungsinhalten:

 

Kompetenzen zu 1:          

Fach- und sachgerecht Unterrichten / Gestalten von Lernsituation, motivieren und befähigen / Fördern der Fähigkeit von selbstbestimmten Lernen und Arbeiten

  • Hospitation
  • Vorbereitung / Durchführung / Nachbereitung von Unterricht
  • Gezielte, Kriterien geleitete Beobachtung einzelner Schülerinnen / Schüler
  • Stunden- und Reihenplanung mit individuell abnehmender Hilfestellung
  • Schülerorientiert planen, Unterrichtsziele bestimmen, Lerngegenstände begründet einsetzen, motivierenden Lernsituationen schaffen,
  • Kennen lernen und Anwenden verschiedener Methoden, Arbeits- und Kommunikationsformen und Medien
  • Anwendung verschiedener Differenzierungs- und Fördermaßnahmen
  • Methoden des selbstbestimmten, eigenverantwortlichen und kooperativen Lernens und Arbeitens kennen lernen und vermitteln
  • Auswertung von Unterricht
  • Mitgestaltung / Teilnahme an Klassenfahrt, Unterrichtsgang
  • Nutzen die Chancen des Ganztags
  • Kennen lernen des schulinternen Curriculums

 

Kompetenzen zu 2:          

Soziale und kulturelle Lebensbedingungen kennen und Einfluss auf individuelle Entwicklung nehmen / Werte und Normen vermitteln und selbstbestimmtes Handeln und Urteilen unterstützen / Lösungsansätze für Konflikte finden

  • Erkennen Benachteiligung und realisieren pädagogische Hilfen und Präventionsmaßnahmen im Team
  • Entwickeln Wertebewusstsein und geben Orientierung durch eigenes Vorbildverhalten
  • Üben mit den Schülerinnen und Schülern eigenverantwortliches Urteilen und Handeln schrittweise ein
  • Kennenlernen des schulischen Förderkonzept: Soziales Lernen
  • Kennen die Schul- und Klassenregeln und setzen sie um
  • Wenden Strategien und Handlungsformen der Konfliktprävention und Konfliktlösung an auch in außerschulischen Situationen
  • Vertreten den Erziehungsauftrag und das Erziehungskonzept der Schule
  • Kooperieren mit außerschulischen Partner

Kompetenzen zu 3:     Diagnostizieren Lernvoraussetzungen, fördern und beraten gezielt / erfassen Leistungen auf der Grundlage transparenter Beurteilungsmaßstäbe

  • Kennen lernen des Bedingungsfeldes
  • Erstellen von Förderplänen
  • Erstellen von individuellen Bildungsplänen
  • Durchführung eines AO-SF in Kooperation
  • Bewerten Leistungen und formulieren von Zeugnisse
  • Teilnahme an Teamgesprächen
  • Entwicklung von Zielvereinbarungen mit Schülerinnen und Schülern
  • Entwicklung und Einsatz individueller Fördermaßnahmen
  • Kooperation mit außerschulischen Partnern bei der Entwicklung von Beratungsangeboten
  • Kennen lernen des schulischen Förderangebots: UK, SuS mit einer Autismus-Spektrum-Störung, SuS mit intensivpädagogischem Förderbedarf

Kompetenzen zu 4:          

Diagnostizieren Lernvoraussetzungen, fördern und beraten gezielt

  • Beteiligung an der Planung und Durchführung von Elterngesprächen / Elternabenden (anlass- und situationsgerecht beraten)
  • Reflektieren Beratungssituation im Team
  • Mitgestaltung eines thematisch orientierten Eltern-Cafés
  • Erweiterung des Repertoires an Rückmeldemöglichkeiten sowohl zum Lernzuwachs als auch zum Verhalten der Schülerinnen und Schüler
  • Kooperation mit therapeutischem Personal und externen Beratungseinrichtungen

Kompetenzen zu 5:          

Soziale und kulturelle Lebensbedingungen kennen und Einfluss auf individuelle Entwicklung nehmen

  • Beachten kulturelle und soziale Vielfalt in der jeweiligen Lerngruppe und unterstützen individuell
  • Erfassen des Sprachstandes, Berücksichtigung der Sprachentwicklung

Kompetenzen zu 6:          

Sich der besonderen Anforderungen des Lehrerberufs bewusst sein und besondere Verantwortung und Verpflichtung verstehen / Beruf als ständige Lernaufgabe verstehen / Beteiligung an Planung und Umsetzung schulischer Projekte

  • Nehmen Mitwirkungsmöglichkeiten wahr: Teilnahme an Lehrer- und Stufenkonferenzen, Teilnahme an Arbeitsgruppen im Rahmen der Weiterentwicklung des Schulprogramms, Teilnahme an schulinternen Fortbildungen
  • Mitgestaltung des Schullebens: „Tag der offenen Tür“, Projektwoche, AG-Angebot
  • Beteiligung an Planung und Durchführung von Feiern und Festen
  • Kollegiale Beratung als Hilfe zur Unterrichtsentwicklung und der Arbeitsentlastung nutzen
  • EPG durchführen, Gespräch über Ausbildungsverlauf mit Ausbildungsbeauftragter / Ausbildungsbeauftragtem führen
  • Kennen lernen von schulischen Maßnahmen zur Sicherung und zum Erhalt der Gesundheit
  • Einweisung in technische Geräte

Verfahren der Qualitätssicherung

Neben den oben genannten Maßnahmen der Qualitätssicherung wird auch das Ausbildungsprogramm evaluiert und so den Ausbildungserfordernissen angepasst. Kriterien der Evaluation sind:

  • Angemessenheit des Beratungs- und Unterstützungsangebots
  • Grad des aktiven Teilnahme der LAA an der schulischen Entwicklung
  • Zeitliche Inanspruchnahme / Arbeitsbelastung durch das Ausbildungsprogramm